Heute Morgen musste ich über mich selbst schmunzeln.
Vor einigen Monaten hatte ich eine Frau auf Facebook angeschrieben. Ganz unverbindlich. Einfach, um mal wieder Hallo zu sagen.
Heute kam ihre Antwort.
Sie schrieb mir sofort, dass sie Schwindel habe und ihre Füße geschwollen seien. Der Arzt vermute, dass es an der Hitze liege.
Und mein erster Gedanke?
„Hat diese Frau denn niemanden, mit dem sie darüber reden kann?“
Im selben Moment musste ich lachen.
Woher wollte ich das eigentlich wissen?
Ich wusste es gar nicht.
Vielleicht ist sie einfach ein offener Mensch.
Vielleicht hat sie sich gefreut, dass sich jemand gemeldet hat.
Vielleicht wollte sie einfach erzählen, was sie gerade beschäftigt.
Vielleicht hätte ich genauso geantwortet.
Innerhalb weniger Sekunden hatte mein Kopf aus einer einzigen Nachricht eine ganze Geschichte gebaut.
Und genau das macht unser Gedankenkarussell so oft.
Es ergänzt Lücken.
Es vermutet.
Es bewertet.
Und irgendwann behandeln wir unsere Vermutungen wie Tatsachen.
Seit einiger Zeit versuche ich deshalb, mir immer wieder dieselbe Frage zu stellen:
Ist das so?
Nicht jeder Gedanke ist falsch.
Aber auch nicht jeder Gedanke hat automatisch recht.
Allein diese kurze Pause zwischen Gedanke und Reaktion verändert oft erstaunlich viel.
Ich habe der Frau übrigens einfach geantwortet, dass mir das leid tut und gefragt, wie es ihr inzwischen geht.
Mehr musste ich in diesem Moment gar nicht wissen.
Und vielleicht ist genau das die eigentliche Gedankenpause.
Nicht sofort alles zu glauben, was der eigene Kopf erzählt.
Sondern ihm freundlich zu antworten:
„Ist das so?“
Deine Anna
ÜBER DEN AUTOR

Anna Kammerer
Ich schreibe über Gedankenkarussell, Grübeln und den Kopf, der nachts einfach nicht zur Ruhe kommt.
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Viele Frauen kennen dieses Gefühl.
Der Tag ist vorbei.
Es wird ruhig.
Und plötzlich beginnt der Kopf zu arbeiten.
Gedanken über den nächsten Tag.
Gespräche, die man noch einmal durchgeht.
Dinge, die vielleicht schiefgehen könnten.
Statt einzuschlafen, dreht sich das Gedankenkarussell immer weiter.
Dabei versucht dein Gehirn eigentlich nur, Probleme zu vermeiden und Verantwortung zu tragen.
Doch genau dieses ständige Vorausdenken sorgt oft dafür, dass der Kopf nicht mehr abschalten kann.
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© 2025 Anna Kammerer
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