Overthinking vor dem Einschlafen: Wenn die To-do-Liste im Kopf weiterläuft

Ich konnte oft nicht einschlafen, weil ich mich im Grunde gehetzt fühlte.

Meine To-do-Liste war wieder mal nicht abgearbeitet. Ich ging sie im Kopf immer wieder durch und überlegte, was ich übersehen oder vergessen hatte. Dabei wurde sie gefühlt jeden Tag unerbittlich länger.

Ich würde ja nie fertig werden.

Meine Familie, meine Kinder und mein Partner wollten schließlich auch noch etwas von mir haben.

 

Gedanken in der Nacht

 

 

 

Wenn ich mit meinem Vollzeitjob mindestens zehn Stunden außer Haus war, blieb kaum Zeit für den Haushalt, fürs Einkaufen und Putzen. Eigentlich sollte ich ja auch noch eine Stunde Sport einplanen.

Aber ich war nur noch müde. Zeitlich war das gar nicht zu schaffen.

Also hatte ich ein schlechtes Gewissen wegen des ausgefallenen Sports.

Gleichzeitig wollte ich genug Zeit für die Kinder haben: nicht nur, um die Hausaufgaben anzuschauen oder Vokabeln abzufragen, sondern um wirklich mit ihnen zusammen zu sein. Doch sie und auch mein Partner kamen gerade zu kurz.

Das verfolgte mich bis in die Nacht.

Werde ich allen gerecht? Schaffe ich die ganze Arbeit?

Wer muss Abstriche machen? Was fiel von der To-do-Liste und stand morgen wieder darauf – noch dringender als heute? Oder war es wirklich wichtig? Was musste ich morgen nachholen? Schaffte ich das überhaupt noch?

Der versprochene Kuchen für den Kindergarten musste morgen fertig sein. Auch das Vokabelabfragen für den Großen durfte ich nicht vergessen. Das Training mit meiner Freundin wollte ich ebenfalls nicht schon wieder ausfallen lassen. Und eigentlich wollten mein Partner und ich mal wieder Zeit füreinander haben.

Am Wochenende stand das Familientreffen an, für das ich auch noch einen Kuchen versprochen hatte. Am Freitagabend wollte ich einfach nur noch meine Ruhe haben. Und am Sonntagabend überlegte ich schon wieder, was in der kommenden Woche wichtig war. Sollte ich bei der Arbeit kürzertreten? Aber dann würde ich meinen Teil des Einkommens gefährden.

Mein Partner hatte die Hausarbeit schon mit mir geteilt. Trotzdem blieb nie Zeit übrig – vor allem nicht für mich. Die Liste war ja wichtiger.

Wieder kreisten meine Gedanken darum, was wirklich wichtig war und was ich heute schon wieder übersehen hatte.

Meine Zweifel wurden zu Zweifeln an mir selbst. Das wiederum ließ mich nicht einschlafen.

Zurück blieben Schuldgefühle und der Gedanke, dass ich am nächsten Tag wieder müde und unausgeschlafen sein und noch weniger Energie haben würde. Von Lust ganz zu schweigen.

Nur funktionieren – aber das konnte es doch nicht gewesen sein, oder? Nur, um diese doofe To-do-Liste abzuarbeiten. Ein Teufelskreis.

Weitergeholfen hat mir ein kurzer Text, über den ich gestolpert bin. Darin ging es darum, genauer zu unterscheiden: Was war wirklich wichtig, und was erschien nur dringend?

Das habe ich dann mit meinem Mann besprochen und umgesetzt. Viele der versprochenen Dinge fielen weg.

Manches musste ich nicht so aufwendig erledigen, wie ich dachte: Ein gekaufter Kuchen oder ein paar Brezen waren doch auch in Ordnung.

Plötzlich hatte ich wieder etwas Zeit für mich. Ich habe Entspannungstechniken ausprobiert und aufgeschrieben, was mich an dem Tag beschäftigt hatte. Meditieren kann ich nicht – dafür fehlt mir die Ruhe. Aber aufzuschreiben, was mich bewegte, und zu prüfen, was wirklich wichtig war und was nur dringend schien, beruhigte mich.

In der Nacht half mir besonders ein Satz: Ist das so?

Ist es wirklich so schlimm, wenn ich keinen Kuchen für den Kindergarten backe? Was war das Schlimmste, das passieren konnte? War ein gekaufter Kuchen oder ein paar Brezen nicht genauso gut?

Diese Frage – „Ist das so?“ – half mir, Wichtiges von dem zu unterscheiden, was nur dringend wirkte. Sie beruhigte mich so weit, dass ich schlafen konnte.

Wenn dein Kopf abends auch nicht zur Ruhe kommt, findest du hier meine kostenlose 3-Minuten-Gedankenpause für die Nacht.

Deine Anna

ÜBER DEN AUTOR

Frau liegt nachts wach im Bett und denkt nach – Gedankenkarussell und Einschlafprobleme

Anna Kammerer

Ich schreibe über Overthinking, Gedankenkarussell, Grübeln und den Kopf, der nachts einfach nicht zur Ruhe kommt.

Dein Tag ist vorbei. Dein Kopf ist noch mittendrin.

 

Du hast das Licht ausgemacht und möchtest schlafen. Doch ein Gespräch lässt dich nicht los, und deine Gedanken wandern schon zu den Sorgen von morgen.

Vielleicht möchtest du gerade nichts mehr lesen. Sondern einfach einer ruhigen Stimme zuhören.

Meine kostenlose 3-Minuten-Gedankenpause ist eine kurze Audiobegleitung für solche Momente.

Nimm dir diese drei Minuten für dich. Du musst heute Nacht nicht auf alles eine Antwort finden.

Overthinking nachts: Müde, aber der Kopf schaltet nicht ab

Nachts beginnt das Grübeln? Eine persönliche Erfahrung mit Scrollen und Overthinking, eine hilfreiche Frage und deine kostenlose 3-Minuten-Gedankenpause.

© 2025 Anna Kammerer